Sicherer finanzieren
Rechnen
Sie beim Kreditwunsch ehrlich dagegen, wie hoch Ihre derzeitigen Belastungen sind und ob sich ein Kredit rechnet. Bei den Angaben zu mogeln, bringt nichts!
3. November 2011, von Janine Müller, SWN24-Bankentest
Das angepeilte Kreditvorhaben soll Ihnen helfen, Ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Dazu müssen Sie aber unweigerlich und jederzeit in der Lage sein, die monatliche Gesamtbelastung zu tragen, die bisher bestand zuzüglich der Rückzahlung des neuen Darlehens.
Die Laufzeit einer Finanzierung geht häufig über mehrere Jahre. In diesem langen Zeitraum können Extraausgaben Ihre Finanzplanung verwerfen, genau so, wie auch fest eingeplante Einnahmen ausbleiben können.
Um die Risiken, durch eine übertrieben hohe Belastung in finanzielle Nöte zu geraten, so weit wie möglich zu minimieren, sollten Sie bereits vor der Darlehensaufnahme genauestens darüber informiert sein, wieviel Geld Sie monatlich einnehmen, ausgeben und endeffektlich noch zur Verfügung haben..
Um Ihr monatlich verfügbares Einkommen nach Abzug aller Kosten ermitteln zu können, stellen Sie einfach Ihren persönlichen Haushaltsplan auf. Dieser nach Abzug verbleibende Haushaltsbetrag gibt Ihnen einen sehr guten Richtwert dafür, wie hoch die zusätzliche monatliche Belastung durch einen Kredit maximal sein sollte.
Ratsam ist es, die
monatlich tatsächlich entstehenden Kosten zu berechnen und bei den Angaben nicht zu untertreiben, Selbstbetrug kann sich schnell rächen.
Bauen Sie in die Finanzierung lieber ein kleines Polster ein!
Gehen Sie dabei wie folgt vor: Im ersten Teil der Budgetberechnung fließen alle Beträge aus Einnahmen ein, unter Einnahmen werden Posten wie Lohn oder Gehalt in netto, Rentenbezüge, das Kindergeld, evtl. Elterngeld, Zinseinnahmen, Dividenden und sonstige Einkommen. Auch Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung gehören dazu.
Im zweiten Teil errechnen Sie nun Ihre monatlichen Ausgaben und Belastungen. Alle in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Kosten sollten darin enthalten sein. Jährlich bezahlte Beträge wie z.B. Kraftfahrzeugsteuer oder Autoversicherung legen Sie bitte auf den Monat um.
| Kosten | Beschreibung |
|---|---|
| Wohnungsmiete zzgl. Nebenkosten | Strom, Gas, Heizöl, Wasser und sonstige Gebühren, die mit dem wohnen in Verbindung stehen |
| Lebenshaltungskosten, allgemein | Ernährung, Bekleidung, Aufwand für Betreuung der Kinder, Körperpflege und ähnliche Kosten |
| Telefon, Handy und Medien | Telefon (Festnetz und Handy), DSL/Internet, sonstige Gebühren wie GEZ und Abonnements für Zeitschriften |
| Freizeit und Ferien | Restaurants, Gaststätten, Kinobesuche, Ausgaben für Urlaubsreisen und Ferien |
| Auto und Fahrzeuge | Benzin und Kraftstoff, Inspektionen und Reparaturen, Steuer, Automobilclub und ähnliche Ausgaben |
| Versicherungen | Private Haftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherung, Hausratversicherung |
| Vorsorgekosten und Sparen | Lebensversicherungen, Bausparverträge, Aktien und Aktienfonds, Sparbriefe, usw. |
| Laufende Darlehen und Kredite | Beispielsweise Kredite für Auto, Umschuldungen und Anschaffungen, auch Konsumfinanzierung |
Wenn Sie meine vorgenannten Tipps beherzigen, sollte bei der Finanzierung alles gutgehen. Für wichtig halte ich immer, dass man die
geforderte Vernunft walten lässt. Ein Verbraucherkredit über etwa 100.000,- bei einem Einkommen von 1.600,- Euro kann nicht gutgehen!
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Ihre Janine Müller, Redakteurin SWN24-Bankentest
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